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Opernwelt: Das Tagebuch der Anne Frank

Umfassende Kritik über die Produktion am Theater Vorpommern, die am 25.11.2025 im Rubenow Saal Greifswald Premiere hatte und seitdem als Mobile Opernproduktion tourt.

„Aufgrund der fehlenden Platzkapazitat im Rubenow-Saal (dort gibt es nur70 Sitze), wählte man die Fassung für Mezzosopran, Kla­vier, Kontrabass und Schlagzeug von Thomas Dorsch. Der Wirkung des Stücks tut dies keinen Abbruch, im Gegenteil: Die intime Atmosphäre der Angst, in der Anne Frank und weitere sieben (Familien-)Menschen seinerzeit in einem Amsterdamer Hinter­haus mehr dahinvegetierten als lebten, wird durch das dezent reduzierte, zugleich verdichtete und transparente Klangbild des Trios noch nachdrucklicher spürbar. Ein wenig ist es so, als wurde man selbst in einem anderen Teil die­ses Hauses wohnen – und nun, wenngleich aus gesicherter Nah­ferne, mitansehen miissen, wie eine Jugend vernichtet wird, weil sie eine Jugend ohne Gott ist.
Das Bühnenbild von Ausstatterin Ute Lindenbeck zeigt einen zum Halbrund gebogenen, vergitterten Paravent, hinter dem sich Kleider, Puppen und andere Requisiten befinden. Das Licht (Frie­demann Drengk) ist mild-trub, die Stirnmung des Mädchens, das Anne Frank zunachst ist (und, sieht man von winzigen Verschat­tungen ab, in der konzentrierten Darstellung von Kadi Jurgens den ganzen Abend auch bleiben wird), scheint zu Beginn noch heiter­gelöst. Anne hat Geburtstag, und auf dem Boden verstreut liegen lauter kleine, bunte Schachteln. In einer davon befindet sich jenes Tagebuch, das sie nun mit Buchstaben, Worten, Gedanken und Empfindungen füllen wird. Es ist der Moment, wo sie selbst den Paravent umdreht und zwei kleinere Ausgaben des Halbrund-Mo­bels zum Vorschein kommen, mit deren Hilfe Jurgens (sie ist seit Beginn der Saison Ensemblemitglied am Theater Vorpommern) den Raum imrner wieder neu gruppiert.“

Die gesamte Kritik hier zum Nachlesen

Musikalische Leitung David Wishart, Yoshihiro Horie
Inszenierung Verena Koch
Licht Friedemann Drengk
Dramaturgie Stephanie Langenberg
Anne Frank Kadi Jürgens

Fotos: Copyright Peter van Heesen